Schützenbruderschaft

Geschichte der Schützenbruderschaft St. Nikolaus Schleiden

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Die St. Nikolaus-Schützenbruderschaft

 

Mit dem Geburtsjahr 1880 ist sie der älteste noch bestehende Verein unseres Ortes. Im Allgemeinen sind die Schützenbruderschaften im Hochmittelalter schon lange vor dem Dreißigjährigen Krieg zum Schutze ihres Heimatortes und deren Bewohner entstanden. Der Kölner Erzbischof Dietrich von Mörs (1414 – 1463) übertrug ihnen die Aufgabe Kirche und Prozessionen gegen Übergriffe zu schützen. Aus dieser Tradition heraus fühlt sich auch  die Schützenbruderschaft mit unserer Pfarre eng verbunden. Gleich in § 1 ihrer Satzung heißt es „…. und ist kirchlich mit der Pfarre St. Nikolaus in Aldenhoven-Schleiden verbunden.“

 

An anderer Stelle ist das Bestreben festgelegt, „zunächst unter den Mitgliedern, dann aber auch in weiteren Kreisen a) die Pflege des religiösen Lebens nach den christlichen Glaubensgrundsätzen und des Gemeinschaftsgeistes zu fördern.“ Weiter schreibt die Satzung vor: „Die Bruderschaft beteiligt sich bei besonderen kirchlichen Anlässen“. Ganz wesentlich wird die Bindung dadurch deutlich, dass die Bruderschaft den Namen des Pfarrpatrones trägt und der Pfarrer geistlicher Präses ist und dem Vorstand als geborenes Mitglied angehört.

Bild 1: Präses Peter Weindorf

Der verstorbene Pfarrer Peter Weindorf hat diese Aufgabe stets mit großer Gewissenhaftigkeit bis zu seinem Tode wahrgenommen und sich noch  in den letzten Wochen seines Lebens über die Ereignisse „in seiner Bruderschaft“ berichten lassen.   Er gehörte dem Vorstand als „geborenes Mitglied“ an und nahm an allen Vorstandssitzungen und Versammlungen der Bruderschaft teil, sofern es sein Gesundheitszustand zuließ.

 

Ein fester Bestandteil des Bruderschafts-Lebens war stets die Begleitung des Allerheiligsten in der Fronleichnamsprozession, solange sie in Schleiden durchgeführt wurde, und besteht seit 1967 als Geleit der Erstkommunikanten und Goldjubilare zur Erstkommunionfeier.

 

Schon immer hat sich die Bruderschaft in karitativer Hinsicht betätigt, in erster Linie gegenüber in Not geratener Mitglieder, aber auch durch tätige oder finanzielle Hilfen an bedürftige Bürger des Ortes. Deshalb gibt es in der Bruderschaft einen Spendenmeister.

Bild 2  29.07.1951 Jungschützen bringen den Grundstein

Selbstverständlich beteiligten sich die Bruderschaft bzw. ihre Mitglieder am Wiederaufbau der Kirche. Aus dem Reinertrag der Frühkirmes schaffte die Bruderschaft den Grundstein für den Kirchenneubau an.  Sie leistete ihren Beitrag zum Kauf des Tabernakels, stiftete den Liedanzeiger und nach dem 100-jährigen Jubiläum die wunderschöne Madonnen-Figur. Zum Patronatsfest 2009 konnte die Pfarre ein neues von der Schützenbruderschaft gestiftetes Reliquiar präsentieren.  

Bild 3: Reliquiar

 

Durch die Ereignisse des Zweiten Weltkriege sind der Bruderschaft das Königssilber und sämtliche Unterlagen, wie Protokollbücher verloren gegangen, sodass aus dem früheren Leben des Vereins kaum etwas berichtet werden kann. Während des Ersten Weltkrieges ruhte das Vereinsleben. Die im Jahre 1933 erlassenen Gleichschaltungsgesetze sahen eine Eingliederung in den nichtchristlichen Deutschen Schützenbund vor. Um das zu vermeiden, trat man 1934 der „Erzbruderschaft vom Hl. Sebastianus“ bei und nannte sich fortan „Bruderschaft“. Gewisse Kräfte innerhalb der Bruderschaft setzten schließlich 1936 einen Beitritt in den Deutschen Schützenbund durch. Als aber die traditionelle Schützenfahne einer Einheitsfahne weichen sollte, erlosch das Vereinsleben. Die Schützenfahne mit dem Bildnis des Hl. Nikolaus kam wieder zur Geltung, als nach der Vernichtung unserer Pfarrkirche am 31. August 1943 im Saale Emunds eine Notkirche eingerichtet wurde. Die Fahne diente hier als Hintergrund des Altares.

 

Nicht zuletzt auf Betreiben von Pfarrer Peter Weindorf, der am 26.11.1947 als Priester nach Schleiden gekommen war, wurde die St. Nikolaus-Schützenbruderschaft am 20. Juni 1948 (am Tage der Währungsreform) wieder ins Leben gerufen. Ihren ersten Auftritt hatte die Bruderschaft beim Patronatsfest 1948, und im Mai 1949 veranstaltete man zusammen mit dem Sportclub die erste Frühkirmes. Die Bruderschaft gab sich 1950 eine Satzung und schloss sich dem Zentralverband der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften an. Damit verbunden war die Zugehörigkeit zum Bezirksverband Jülich.  Im Jahre 1969 beschloss die Bruderschaft eine neue Satzung, nach der die ursprünglich rein katholisch orientierte Vereinigung für alle geöffnet wurde, die auf dem Boden des Christentums stehen. Eine weitere Öffnung ergab sich im Jahre 1974, als zu der bis dahin reinen Männergemeinschaft auch Frauen Zugang erhielten, übrigens als erste Bruderschaft im Bezirksverband. Gleichzeitig wurde die Bruderschaft in das Vereinsregister eingetragen und ihr die Gemeinnützigkeit verliehen.

 

Bild 4 : Die Bruderschaft 1950

Im Mai 1950 feierte die Bruderschaft in Verbindung mit ihrem 70-jährigen Bestehen das Schützenfest. Bis zum Jahre 2005 in Folge veranstaltete die Bruderschaft alljährlich ihr Schützenfest in Verbindung mit der Frühkirmes jeweils am Wochenende vor Pfingsten. In den letzten Jahrzehnten wurden diese Schützenfeste, die stets Schwerpunkt des Bruderschafts-Lebens waren, durch die Beteiligung der Nachbarbruderschaften aus Aldenhoven, Dürboslar, Freialdenhoven und Pattern am sonntäglichen Festzug aufgewertet. Im Gegenzug nahm unsere Bruderschaft jeweils an den Festzügen in diesen Orten teil.

 

 

Im Mittelpunkt dieser Feste stand der Schützenkönig, der jeweils am Fronleichnamstag des Vorjahres ermittelt wurde. Im Festzug wurde er durch den mit Fahnen und Girlanden geschmückten Ort unter dem Beifall der vielen Zuschauer geleitet. Und ein Tanzabend zum Schützenfest galt dem Königspaar, der sogenannte Königsball.

 

53 Schützenkönige gab es seit der Wiedergründung von 1949 bis zum Jahre 2006. Seit Anfang der 90er Jahre wurde es von Jahr zu Jahr schwieriger, Bewerber für das schöne Amt zu finden mit der Folge, dass  beim Königsvogelschuss immer weniger Schützen an den Start gingen, sodass die Spannung bei diesem Wettbewerb nach und nach verloren ging. In den Jahren 2000 und 2001 fanden sich keine Bewerber. In den drei Folgejahren konnte die Bruderschaft jeweils einen König präsentieren, zuletzt im Jahre 2005 zum 125-jährigen Bestehen der Bruderschaft.

 

Es darf in diesem Zusammenhange nicht unerwähnt bleiben, dass das vermeintliche Desinteresse der Mitglieder an der Königswürde auf zwei Faktoren beruhte. Zum Einen war der im Allgemeinen – nicht nur innerhalb unserer Bruderschaft – von den Schützenkönigspaaren betriebene Aufwand sehr hoch geworden und zum Anderen zog die Bevölkerung nicht in dem erwarteten Maße mit. In den letzten Jahren waren die Königsbälle ausgesprochen schlecht besucht. Man betrachtete in der Bevölkerung den Königsball als eine interne Angelegenheit der Bruderschaft und begnügte sich damit, dem Königspaar im sonntäglichen Festzug zu applaudieren. Auch diese Feststellung gilt nicht nur für Schleiden.

 

Im Jahre 1989 stiftete General Wilhelm Braun die Ehrenkönigskette. Diese wurde durch die ehemaligen Könige ebenfalls am Fronleichnamstag ausgeschossen. Mit dem Einstellen des Königsschießens wurde auch dieser Wettbewerb fallen gelassen.

 

 

Die jeweils amtierenden Schützenkönige nahmen auf Bezirksebene am Schießen um die Bezirkskönigswürde teil. Viele unserer Könige waren hierbei erfolgreich und repräsentierten den Bezirksverband beim jährlichen Bezirksbundesfest. Einige dieser Bezirkskönige  nahmen dann auch am Bundeskönigsschießen teil.  Zwei von ihnen waren hier erfolgreich.

 

Heinz Meurers kam 1981 vom Bundesschießen in Koblenz als Diözesankönig nach Hause, und Jakob Merken errang diese Würde 1988 in Langenfeld. 

Bild 5 : Das Diözesankönigspaar Heinz und Aenne Meurers

Die zu ihren Ehren jeweils im Folgejahr, also 1982 und 1989, veranstalteten Diözesankönigsfeste zählen zu den bedeutendsten und schönsten Veranstaltungen Schleidens und der ganzen Umgebung. 

Bild 6 : Das Diözesankönigspaar Jakob und Ursula Merken

Zu diesen beiden Großveranstaltungen waren Schützenbruderschaften aus der ganzen Diözese Aachen vom Krefelder Raum im Norden bis zur Eifel im Süden in Schleiden zu Gast. Die St. Nikolaus-Schützenbruderschaft hatte damals einen großen Namen in Schützenkreisen durch ihre Schießsportler, die schon einige Diözesan- und Bundestitel gesammelt und außerdem  mehrere Diözesanprinzen in ihren Reihen hatten, durch die auch der Bekanntheitsgrad gesteigert worden war.

 

Diözesanjungschützenprinzen wurden Willi Zander im Jahre 1972 und Uwe Meurers im Diözesankönigsjahr 1982. Diözesanschülerprinzentitel errangen Dirk Quadflieg 1974 und Helga Wolff 1984.

 

Ein bedeutsames Ereignis wurde mit dem Diözesankönigsfest von Heinz Meurers verbunden, das „Dreikönigstreffen“. Zu Gast waren der amtierende Europakönig H.J. den Held aus dem niederländischen Gulpen und Bundeskönig Hans Josef Wackers aus Tüschenbroich.

 

Bemerkenswert beim Diözesankönigsfest 1989 war, dass die Diözesankönigskette für Jakob Merken aus der unmittelbaren Nähe nach Schleiden gelangte; vor ihm hatte sie Dr. Peter Kramp aus Dürboslar tragen dürfen.

 

Bei beiden Königsfesten waren die Teilnehmerzahlen beim sonntäglichen Festzug so groß, dass kleinere Staus nicht vermieden werden konnten. Beide Feste waren einfach großartig. Ebenso nachhaltig im Gedächtnis bleiben die Schlusspunkte für beide Diözesanmajestäten, nämlich das Überbringen der Königsketten beim jeweils nächstjährigen Bundesschützenfest für Heinz Meurers in Vechta und für Jakob Merken in Bonn.

 

Bild 7 : Die Bruderschaft im Jahre 1955

Zu den größten Ereignissen einer Bruderschaft zählen die Jubiläen. Unser erstes Jubiläum, das 70-Jährige fand kurz nach der Wiedergründung im Mai 1950 statt. Kurz vorher und auch danach wurden die ersten Uniformröcke angeschafft. Das Nächste, das 75-Jährige, fand 1955 in Verbindung mit der Weihe einer neuen Fahne statt.  17 auswärtige Bruderschaften  nahmen am sonntäglichen Festzug teil; unser erstes großes Fest. 10 Jahre später durfte unsere Bruderschaft zum ersten Mal  das Bezirksbundesfest ausrichten. 20 Bruderschaften nahmen am sonntäglichen Festzug teil. Eigentlicher Höhepunkt war aber der „Ball der Könige“ am Kirmesmontag. Josef Königstein, der amtierende König hatte insgesamt 17 seiner Vorgänger im Gefolge. „Schleiden erlebte die größte Festlichkeit nach dem Kriege“, so bezeichnete die örtliche Presse das große Ereignis. Zum ersten Mal wurde eine Festschrift zu dem Fest herausgegeben, in der die Geschichte der Bruderschaft in Kurzform festgehalten wurde.

Bild 8 : Die Bruderschaft beim „Hundertjährigen“ im Jahre 1980

Als nächstes und auch wohl größtes Jubiläumsfest ist das Hundertjährige zu erwähnen, welches vom 15. bis 18. Mai 1980 begangen wurde. Erstmalig setzte sich die Idee durch, den Kirmesauftakt bereits am Christi Himmelfahrtstag zu begehen, beginnend mit dem Festhochamt und dem nachfolgenden musikalischen Frühschoppen. Das kam in der Bevölkerung gut an und wurde in den folgenden 25 Jahren so beibehalten. Auf den Nachmittag dieses Tages wurde der Festkommers gelegt. Diesem folgte der Königsball, der überaus gut besucht war. Das Gleiche traf auch auf den Festball am Kirmessamstag und auf den Dorfabend am Sonntag zu, auf dem wir ein buntes Programm mit vielen Künstlern anbieten konnten. Schirmherr dieses Festes war unser Präses Pfarrer Weindorf, der die Schützen mit der Stiftung einer neuen Fahne überraschte.  

Bild 9 : Zu dem Jubiläum hatte der Präses eine neue Fahne gestiftet) (Bild 10 Text: Im Jahre 1997 präsentierte die Bruderschaftihre neue Fahne

25 Jahre später, im Jahre 2005, stand die Bruderschaft vor ihrem nächsten Jubiläum. In der Zeit seit dem letzten großen Fest, dem Diözesankönigsfest 1989, hatte sich innerhalb der Bruderschaft sehr viel verändert. Viele der älteren Mitglieder waren nicht mehr dabei. Von der Nachfolgegeneration waren nur noch einige wenige Mitglieder bereit, mit anzupacken. Die Bruderschaft hatte sich schon viele Jahre vor dem Jubiläum um die abermalige Ausrichtung des Bezirksbundesfestes beworben. Als  der Zeitpunkt heranrückte, sank bei den Verantwortlichen der Mut, ein so großes Fest durchziehen zu können, welches ja auch die Verpflichtung mit sich brachte, ein ganzes Jahr die Bezirksstandarte bei allen überörtlichen Anlässen zu präsentieren. Nach reiflichen Überlegungen verzichtete man auf das Bundesfest.  Aber es wurde trotzdem wieder eine sehr großartige Feier, bei dem die Bevölkerung des Ortes sich in erfreulicher Weise engagierte. Mit Pfarrer Weindorf und Bezirksbundesmeister Wilhelm Lieven hatten wir eine Doppel-Schirmherrschaft für das Jubiläum. Eine Doppelspitze mit der Ortsvorsteherin Hildegard Rinkens und dem Beigeordneten Ulrich Hüttenhain stand auch dem Festausschuss vor, der aus den übrigen Ortsvereinen gebildet worden war. Bei der Schleidener Bevölkerung bedankten wir uns mit einem großartigen Bunten Abend.

Bild 11 : Die Bruderschaft im Jahre 2004

 

Dieses Jubiläumsfest war die letzte Kirmes, für die die Bruderschaft allein verantwortlich zeichnete. Unmittelbar danach nahmen wir Verbindung mit dem Feuerwehrkorps auf mit dem Ziel  einer gemeinsamen Kirmesveranstaltung  in den Folgejahren. So geschah  es dann auch in den vier Jahren danach. Die Zusammenarbeit mit den Spielleuten war hervorragend. Gemeinsam wurde geplant und gearbeitet. Wir boten jeweils der Bevölkerung einen Bunten Abend mit anerkannt guten Interpreten des Showbusiness. Der Kostenaufwand war zwar sehr hoch. Aber der Erfolg gab uns schließlich recht.

 

Unser einziges Problem war die Gestaltung des sonntäglichen Festzuges, der aus einem Schützenfest oder einer Kirmes mit Schützenbeteiligung nicht wegzudenken ist. Sehenswert war ein solcher Festzug nur durch die Teilnahme der benachbarten Schützenbruderschaften. Bei den  Gegenbesuchen sank die Beteiligung unserer Mitglieder von Mal zu Mal. Unsere Außendarstellung war mehr als unbefriedigend. Für 2010 gelang es uns, den Heimatverein dafür zu gewinnen, zusammen mit den Spielleuten, die  inzwischen mit dem Tambourkorps Niedermerz eine Fusion eingegangen waren, künftig gemeinsam die Kirmes zu gestalten. Wir hatten einen Nachfolger gefunden. Wir konnten uns aus der Kirmesgestaltung ausklinken, ohne den Fortbestand der Schleidener Frühkirmes zu gefährden. Das war es dann nach 129 Jahren als Veranstalter der Schützenkirmes. Mit Wehmut blicken wir auf diese Zeit zurück.

 

Vorerst werden aber die grünen Schützenuniformen nicht gänzlich aus dem Dorfbild verschwinden. Wir werden auf unserem Patronatsfest nach wie vor in Uniform den Kirchgang machen, außerdem die Erstkommunikanten und Goldjubilare zur Kirche geleiten und wie bisher unseren Aktiven das letzte Geleit geben. Außerdem bleiben wir Mitglied im Bezirksverband Jülich und werden auch beim jeweiligen Bezirksbundesfest aktiv teilnehmen, wenn auch leider in kleiner Besetzung.

 

Um bei der Dorfbevölkerung nicht in Vergessenheit zu geraten, beteiligen wir uns zusammen mit dem Pfarrgemeinderat an der Betreuung der Senioren unseres Ortes. Seit November 2010 treffen wir uns einmal im Monat in unserem Pfarrheim mit den Senioren zu Gesprächen oder zum Spielen.

 

 

Und da wäre noch der Schießsport. Von jeher hatte dieser einen hohen Stellenwert in unserer Bruderschaft. Aus der mündlichen Überlieferung heraus galt das auch schon für die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte die Militärregierung zunächst das Schießen mit Kleinkaliber- und sogar mit Luftdruckwaffen verboten. Bereits 1950 übte man sich im Garten der Bäckerei Merken im Luftgewehrschießen. Interessanter war das Schießen mit dem Kleinkalibergewehr. Vereinswirt Thelen vom „Schleidener Hof“ baute 1958 auf seinem Hof einen entsprechenden Schießstand, auf dem dann an jedem Sonntagmorgen die Büchsen knallten - so lange bis die Sicherheitsbehörden Bedenken geltend machten. Aber man kam vom Schießsport nicht weg. Unser Präses stiftete für die Jugendarbeit ein Luftgewehr, als unter dem Dachstuhl der Schreinerei Schönen der erste Luftgewehrschießstand errichtet wurde. Schließlich gestattete die Gemeinde Aldenhoven Anfang 1972, in den völlig ungenutzten Kellerräumen des damaligen Schulgebäudes einen Schießstand zu errichten. Wochenlang wurde gearbeitet, um aus dem Rohbau ansprechende Sport- und Aufenthaltsräume zu schaffen. Das führte zu einem unwahrscheinlichen Auftrieb des Schießsports. Bis zu 30 Jugendliche nahmen hieran mit großem Eifer und entsprechenden Erfolgen teil.

 

Auf der Ebene des Bezirksverbandes Jülich gingen seit 1972 insgesamt 115 Titel in den Einzeldisziplinen und 70 in den Mannschaftswettbewerben an unsere Schützen, weiter 11 Einzel – und 16 Mannschaftstitel bei den Diözesanmeisterschaften und als Höhepunkte 5 Einzeltitel (Wilbert Buhs, Willi Zander, Ralf Zander (2) und Wolfgang Mentzel) bei den Bundesmeisterschaften und zwei in den Mannschaftsdisziplinen, und zwar 1975 mit Wilbert Buhs, Hans-Josef Wirtz, Heinz-Leo Zander und Friedhelm Römer sowie 1980 in der Besetzung Ralf Zander, Uwe Meurers, Horst-Kaspar Greven und Dirk Quadflieg .

 

Unsere Jugend nahm auch mit Erfolg an den überörtlichen Wettbewerben im Deutschen Schützenbund teil. Schleiden stellte 10 Landesmeister im Einzel und 8 Mannschaftsmeister. Zwischen 1980 und 1984 durften stets Schüler und Jugendliche an den Deutschen Meisterschaften in München teilnehmen. Mit Ralf Zander wurde 1980 ein Schleidener deutscher Vizemeister. Ebenfalls herausragend 1981  der 3. Platz mit der Mannschaft von Ralf Zander, Uwe Meurers und Peter Wildt sowie der 4. Platz der Schülermannschaft mit Marion Jumpertz, Ilona Moldenhauer und Ursula Schinnenburg. Ein Jahr später holte dieselbe Mannschaft in München Platz 10. 1983 wurde der für Schleiden startende Ernst Engels in der Versehrtenklasse 3. 1984 belegten Ursula Schinnenburg, Heike Jünger und Petra Fröhling Platz 7 bei den „Deutschen“ in München.

 

Mit dem Nachlassen des Trainingseifers gingen auch die schießsportlichen Erfolge zurück.

 

Von den in den 80er Jahren so erfolgreichen jugendlichen Freihandschützen sind nur noch eine Handvoll übrig geblieben, die im Winterhalbjahr in der zweithöchsten Freihandklasse um Punkte und Ringe kämpfen.

 

Intensiver wird der Schießsport mit dem Luftgewehr im Auflageschießen von den Senioren betrieben. Mit erfreulichem Erfolg sind je zwei Mannschaften bei den Rundenwettkämpfen im historischen Bereich als auch bei den Sportschützen im Einsatz.

 

Ebenso wichtig wie die Rundenwettkämpfe ist die Teilnahme an den überörtlichen Schießwettbewerben, denen die jeweiligen Vereinsmeisterschaften voraus gehen, deren Sieger jeweils mit Trophäen bedacht werden. Begehrtester Preis ist die alljährlich ausgeschossene Pfarrer-Peter-Weindorf-Wanderplakette, die auch noch nach dem Tode des Stifters die Erinnerung an den Präses und Wohltäter der Bruderschaft aufrecht erhält.

 

Es ist zu betonen, dass in unserer Bruderschaft der Schießsport ausschließlich mit dem Luftgewehr und nur im polizeilich kontrollierten und zugelassenen  Schießstand im Keller des Kindergartens betrieben wird.

 

Bedauerlicherweise leidet der schöne, völlig ungefährliche Sport unter der seit den beiden Attentaten von Schülern in Erfurt und Winnenden ausgebrochenen Hysterie in den Medien und in der Politik, sodass er inzwischen auch bei uns seine frühere Popularität verloren hat.

 

Dennoch steht unser Schießstand jedem offen, der zu uns kommen möchte. Leider ist es uns nicht mehr gelungen, Jugendliche dauerhaft für diese Art der Freizeitgestaltung zu gewinnen, so sehr wir uns auch bemühen.  

Bild 12 : Ehrung von Schießsportlern auf dem Patronatsfest 2010

 

In ihrer 130-jährigen Geschichte hat sich die St. Nikolaus-Schützenbruderschaft durch große Stabilität in ihrer Führung ausgezeichnet. Aus der Überlieferung heraus hatten vor dem Zweiten Weltkrieg folgende Männer das Amt des Brudermeisters inne:

 

Matthias Josef Emunds, Paul Pütz, Josef Pütz, Christian Thelen, Hermann Emunds, Franz Emunds, Peter Josef Büttgen und Josef Emunds.

 

Nach der Wiedergründung übernahm Matthias Müller diese Aufgabe, allerdings krankheitsbedingt nur für wenige Wochen. Auf ihn folgten

Bild 13 : Josef Schumacher + Peter Braun = zusammen 52 Brudermeisterjahre (von links nach rechts)

Peter Braun                            1949 – 1973

 

Josef Schumacher                  1973 -  2001

 

Arnold Greven                        2001 -  2010.

 

Ursula Merken                       2010 –

 

Mit Ursula Merken wurde am 14. März 2010 erstmals eine Frau an die Spitze der Schützenbruderschaft gewählt. Das gibt es in keiner anderen Schützenbruderschaft des Bezirksverbandes Jülich – noch nicht.

 

Ihr zur Seite steht der Vorstand in folgender Besetzung:

 

Stellvertretender Brudermeister      Josef Schumacher

 

Kassierer                                            Otti Erven

 

Schriftführer                                      Stefan Greven

 

Schießmeister                                   Paul-Willi Thelen

 

Spendenmeister                                 Josef Joder

 

Hauptmann                                        Anton Joder

 

Stellvertretender Schießmeister       Ralf Zander

 

Vertreterin der Damengruppe          Maria Römer

 

Offiziere als Beisitzer                        Josef Römer

 

Wilbert Buhs

 

Franz Herbert Thoma

 

Wolfgang Hilgers.

Bild 14 : Der Vorstand beim Patronatsfest 2010. Es fehlen Josef Joder, Anton Joder und Ralf Zander

 

 

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 09. März 2011 um 10:14 Uhr

 

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